Saturnjahr 2014

Saturnjahr 2014  (2013 war das Jahr des Mondes)

Der Saturn ist der zweitgrößte Planet in unserem Sonnensystem. Sein Gesteinskern ist etwa 2-3 mal so gross wie die Erde. Wie der Jupiter besitzt auch der Saturn ein sehr ausgeprägtes System aus Wolken und Bändern mit turbulenten Stürmen. Die Hauptbestandteile der Atmosphäre sind Wasserstoff und Helium, ähnlich wie beim Jupiter. Da der Saturn mit bloßem Auge sichtbar ist, wurde er schon im Altertum mit mythologischen Deutungen belegt. In der mittelalterlichen Astrologie stand Saturn für Sorgen, Melancholie, Krankheiten und harte Arbeit, jedoch auch für Ordnung und Maß. In der chinesischen und japanischen Kultur steht der Saturn für die Erde.
Mythos: Saturn ist der römische Name für Kronos, der jüngste der Titanensöhne von Uranus und Gaia.
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Mythologie Saturn v. Rubens
Mythologie Saturn v. Rubens

Der Himmelsgott Uranus suchte seine Gattin Gaia (Erde) jede Nacht zur Begattung auf. Aber die Kinder, die er mit Gaia zeugte, waren ihm verhasst und so ist Gaia gezwungen, sie in sich – im Erdinnern –  zu verbergen. Auf Dauer war dies für sie sehr belastend und das große Leid, der in der Finsternis ihres Leibes wohnenden Kinder, ließ sie auf Rache sinnen. So bittet sie ihren jüngsten und stärksten Sohn Kronos-Saturn seinen Vater Uranus zu kastrieren. Kronos-Saturn übernahm diese Verantwortung. Gaia gab ihm eine scharfe Sichel, versteckte ihn bei sich bis es Nacht wurde, und Uranus sich wie üblich ihr näherte. Kronos-Saturn schlug mit der scharfen Sichel seinem Vater die Geschlechtsteile ab und warf sie hinter seinen Rücken. Gaia nahm das Blut ihres Gatten auf und gebar durch diese Befruchtung die Erinnyen, die Giganten und die Nymphen. Aus dem Geschlechtsteil des Uranus, das ins Meer gefallen war, wurde Aphrodite geboren. Durch diese Bluttat, die zur Entthronung des Uranus führte, wurde Kronos-Saturn zum Herrscher des Himmels.

                        Bild: Saturn verschlingt seinen Sohn (v. Peter Paul Rubens, 1636)

Kronos-Saturn wurde jedoch prophezeit, dass es dasselbe fatale Schicksal wie sein Vater erleben sollte. Er heiratete Rhea und aus Angst vor dieser Bedrohung verschlang er all seine Kinder. Rhea versuchte ihr letztes Kind zu retten und gab Kronos-Saturn nach dessen Geburt einen in Tücher gewickelten Stein, den Saturn, ohne es zu bemerken, sofort verschlang. Dieses gerettete Kind ist Zeus-Jupiter, der an einem geheimen Ort zu einem stattlichen Mann heranwuchs.

Saturn verschlingt im Mythos seine Kinder. Dies zeigt, dass er Angst vor allem Neuen hat. Daher symbolisiert Saturn im individuellen Horoskop nicht nur Bewährtes und Erfahrung, auf die wir uns verlassen können, sondern er beschreibt auch Angst vor Änderungen und neue Wagnisse. Aber wenn wir wegen Angst, nur auf Altes und Bewährtes zurückgreifen, würde dies unsere persönliche Entwicklung nicht nur einschränken, sondern unmöglich machen. Daher musste Kronos-Saturn im Mythos seine Herrschaft an Zeus-Jupiter abtreten.

Die 3. Version über das mythologische Schicksal Saturns zeigt aber, dass dieses Prinzip auch gute Früchte tragen kann. Kronos-Saturn beweist, dass er die Lektionen der Vergangenheit gelernt hat. In Latium gelingt es ihm durch harte Arbeit, Ausdauer und Disziplin ein steiniges Land in einen fruchtbaren Boden zu verwandeln. Er ist also in der Lage, Großes zu leisten, wo andere schon längst die Geduld verloren hätten und hält den Anforderungen der Realität stand. Saturn lehrt den dort lebenden Menschen Recht und Gesetz und wird wegen seiner natürlichen Autorität anerkannt. Kronos-Saturn bringt diesem Volk das ´Goldene Zeitalter´.

Saturn gilt seit langer Zeit als ´Hüter der Schwelle´ zwischen Diesseits und Jenseits. Wenn es uns gelingt, seine Realitätsschranke zu durchbrechen, dann gewährt uns dieses astrologische Prinzip die ungeschminkte Erkenntnis der Wahrheit. Um dort hinzugelangen, werden wir manche schmerzhafte Erfahrungen überwinden müssen. Aber das Ziel ist lohnenswert, nämlich die dauerhafte und befriedigende Erkenntnis: was die Welt im Innersten zusammenhält.

 

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